Der Totentanz zu Basel – 3
Neuer Text: Malte Kerber
Tod zum Sänger
Nun bist du dran, du Sängersmann,
dein Plär´n ich nicht mehr hören kann!
Doch Text und Noten, sie war´n dir nicht fremd,
drum in de Höll´ man dich gebrauchen könnt´!
Antwort des Sängers
Als kleiner Bass im Chor,
da habe ich mich nie genieret,
da sang ich, was mir wurde dirigieret.
Doch wenn allein ich sang,
die Lieder selbst ich mir ausgewählet,
da wollt´ ich nicht, dass sie mir vorgezählet!
Manch´ Text – oho! –
hab´ ich mit eig´ner Feder aufgeschrieben,
mich an der Zeit und an mir selbst gerieben.
Mal sang ich hoch, mal sang ich tief,
nun ja, manchmal klang es auch schief!
Wie es auch sei, es war ein ehrlich´ Singen!
Komm ich, wenn´s sein muss, in de Höll´,
dem Teufel soll es in den Ohren klingen:
Aus ist ein Leben in farbiger Pracht
zügellos drüber und drunter,
Speier und Spötter, ihr habt uns verlacht,
uns ging die Sonne nicht unter! *
* Uns ging die Sonne nicht unter! Letzte Zeilen des Wandervogelliedes
„Wilde Gesellen, vom Sturmwind durchweht…“
(Text und Musik: Fritz Sotke) Wandervogelbewegung: Um 1900 in Deutschland entstandene freie Jugendbewegung. Das Lied wurde nach dem 1. Weltkrieg auch in der sozialdemokratischen und kommunistischen Arbeiterjugend gesungen. Es bildete die Vorlage für 1936/37 im Konzentrationslager Börgermoor im Emsland Moorsoldatenlied: „Graue Kolonne“.