Nordfriesland-Sonett
Der Nordfriesen Land im Februar:
das Meer so weit, die Luft so klar,
erstarrt der Boden, der Strand so kalt,
der Blick verliert sich, kein Deich gibt ihm Halt.
Die Ebbe, die Flut, ein Auf und ein Ab,
ein Steigen empor, doch mich zieht es hinab,
der Reiter, sein Schimmel, sie wehn durch die Nacht:
Ach, Fremder, auf deine Seele hab‘ acht!
Der Morgen, er steigt mir so müde herauf,
die Dinge beginnen neu ihren alten Lauf,
das ruhelose Suchen nach dem, was ich will.
Dann endlich, am Abend, versinkendes Rot,
vergeht mir der Schmerz, vergeht mir die Not,
im Schlaf das Herz, es schlägt nun ganz still.
malte