Malte Kerber
Jahrgang 1936. Arbeiterfamilie. Kriegs- und Nachkriegsjahre in Berlin Wedding. Familienumzug in die DDR/Berlin. Das nachfolgende Leben verknüpft in und mit der Geschichte der DDR. Berlin der Lebens- und prägende Erlebensort.
Schulabschlüsse: 7. Klasse. Abitur/1954. Drei Jahre Seestreitkräfte/ Volksmarine der DDR. Schriftsetzer, Druckereikorrektor, Linotypesetzer. Studium in Leipzig: Pädagogik, Deutsche Sprache, Geschichte. Anschließend Lehrer an einer Kinder- und Jugendsportschule.
1965 – 1990 Journalist in der Sport- und Jugendpresse. Redakteur, Verantwortlicher Redakteur, Leiter eines Zeitschriftenverlages (Hauptredaktion GST-Presse). 1971 Abschluss einer externen außerplanmäßigen Aspirantur. Mit magna cum laude Promotion zum Dr. phil. cybernetics. Mitglied der SED bis 1989.
Erste Ehe fünfundzwanzig Jahre. Zwei Söhne, diese jung verstorben. In der zweiten Lebenshälfte eine Lebensliebe gelebt. Witwer. Seit 2018 leben im „Betreuten Wohnen“. Stets sportlich unterwegs. 1988/92 wendejahreaktiv. 1989 Lebens- und Berufseinschnitt mit prinzipiellen Folgen. Mitgründer/Moderator eines Runden Tisches, Mitgründer des Arbeitslosenverbandes der DDR. 1991 arbeitslos. Anschließend verschiedene Tätigkeiten. Rentner. Kein Ruhestand.
Immer aktiv Schreibender. Zunehmend Lyrik, Liedtexte, Erzählungen, Reiseprosa, Tagebücher, Artikel. Seit 1992 etwa 20 literarische Veröffentlichungen. Lesungen, Vorträge, langjährig Mitarbeit in der „Literaturwerkstatt Kreuzberg“ u.a.. Produktive künstlerische Jahre im Ernst-Busch-Chor Berlin.
Im Leben immer in Bewegung. Stets politisch Handelnder – auch mit Irrtümern und Fehlern. Extremläufer, Langstreckenwanderer. Noch immer Lebensbeschreiber. Poet. Sinndenker. Rudergänger. Kritischer. Singender. Lachender. Lesender.
Das Singen und Lieder begleiten mein Leben seit der Kindheit. Vater spielte Akkordeon. Das erste Musikinstrument, auf dem ich mich versuchte, war die Flöte, ihr folgten die Mundharmonika, die Mandoline und dann auch das Akkordeon.
Heute spiele ich ab und an noch einmal auf der Thüringer Waldklampfe und … sing mir wohl ein schönnerLied dabei.
Das Singen für mich allein oder in der Gemeinschaft gehörten und gehören nach wie vor zu meinem Leben.
Die ersten Lieder lernte ich 1946 bei den Pfadfindern im „Stamm Schwarze Schar“ kennen.
In politischen Kinder- und Jugendgruppen kamen dann weitere Lieder hinzu. Besonders erlebnisreich und anregend war für mich das Singen beim Wandern und in der Wandergruppe.
Die Abende am Lagerfeuer, beim Zelten, auf den Bergfahrten – immer wurde gesungen. Ich hatte das Glück, diese Art schöner Romantik über Jahrzehnte hinweg zu erfahren. Auch in der eigenen Familie und mit der Lebensgefährtin.
Meine drei Lieblingslieder
Zuarbeit zu einem
„Liederbuch deutscher Zunge“

Wilde Gesellen vom Sturmwind durchweht …
Wandervogellied
Text und Musik: Fritz Sotke
(In manchen meiner Liederbüchern wird F. Sotke nicht als Autor und Komponist des Liedes genannt.)
Ich hörte dieses Lied das erste Mal 1946 im Nachkriegs-Berlin. Es war die beschwingte, frische Melodie, die mich von Anfang an faszinierte. Die „Wilden Gesellen“ lassen sich so schön beim Wandern oder auch in geselliger Freundesrunde singen. Immer wieder bewegt mich dieser trotzige Text, der – nun, ja! – so „wild“ und farbig ist und vor allem auch optimistisch.
Mancher mag einwenden: Das Lied sei überzogen romantisch, kitschig, gar rührselig. Ich kann und will mir in diesem Falle nicht helfen lassen.
Ich singe das Lied zu gern! Es tröstet mich, wenn es mir einmal nicht gut geht. Es macht mir Mut, wenn ich niedergeschlagen bin! Es verstärkt meine Kampfeslust, wenn es darangeht, sich zu wehren. Selbstverständlich weiß ich, die Sonne geht für jeden von uns einmal unter. ‚Und wenn das Herze dereinst stehen bleibt, werden Tränen geweint‘ werden.
Spötter und Speier, ihr habt uns verlacht,
uns geht die Sonne nicht unter!
(aus dem Refrain)

D e u t s c h l a n d
Aus dem 1949/50 entstandenen Zyklus
„Neue deutsche Volkslieder“
Text: J.R. Becher Komposition: H. Eisler
Zwei Zeilen sind es vor allem, die mir dieses Lied zum Lieblingslied werden ließen: „Deutschland, meine Trauer, du mein Fröhlichsein.“
Weinen um Deutschland in der Dunkelheit, fröhlich sein um Deutschland, wenn über ihm der blaue Himmel strahlt. Der Dichter hat hier auf knappste poetische Formel gebracht, was auch meinem Lebenswissen als Deutscher über Deutschland entspricht. Der Komponist schrieb mir dazu eine Melodie, die mich beim Singen dieses Liedes immer wieder froh und zugleich traurig macht. Beide haben mir in einem Alter, da die Erfahrungen immer größeres Gewicht bekommen, dieses mein Deutschland handlungsbegreiflicher gemacht. Dafür dankte ich ihnen mit einem Gedicht.

Es dunkelt schon in der Heiden …
Deutsches Liebeslied.
Wurzeln im 16. Jahrhundert
Text und Musik: traditionell
So alt dieses Lied! Aus dem Mittelalter her ist es zu uns gekommen, hat es auch in meinem Liedschatz einen Lieblingsplatz gefunden. Auf seinem Lied- und Singe-Weg erfuhr es so manche Veränderungen, kennen wir von ihm einige textliche und musikalische Varianten. Am liebsten ist mir die Fassung aus dem Jahre 1802, die mit den vielen Strophen – sieben sind es. Da kann ich das Lied so richtig „aussingen“! Gern singe und spiele ich dieses alte Volkslied. Mir scheint es‚ recht nach deutschem Gemüt‘ zu sein, was Text und Melodie erzählen. Wie viel Sehnsucht nach Frieden und Liebe bringt es einfach und doch so poetisch zum Ausdruck: ‚Wir haben das Korn mit unserem blanken Schwert geschnitten, lasst uns nun nach Hause gehen …‘
Und die Liebe, ach, die Liebe, die unvergängliche Liebe kann ich mit diesem Lied so schön besingen.
‚Wenn wir voneinander scheiden müssen, wird es weh‘ tun. Aber du wirst mir nicht aus den Augen und aus dem Sinn kommen!‘ Welch eine schöne Treuerklärung an die Liebste!
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