Tagebuchnotiz ~ 01.09.2025

Ich bin nun doch schon in meinem Bewegungsradius tüchtig eingeschränkt.

Da spielt so manches, was man zum Herumstreunen braucht nicht, mehr mit.

Trotzdem war ich vergangenen Sonnabendabend wieder einmal zu einer Party!

Ich mit meinen 89,8 Lebensjahren!

Ich? Paaaaartyyy! In Kreuzberg! In Kreuzberg!

Im „Kiezanker“!

Der ankert hinterm Landwehrkanal beim Schlesischen Busch.

Eine jugendliche Lyrikfreundin von mir feierte ihren 50. Geburtstag.

Sie hatte mich herzlich eingeladen.

Na, bin ich selbstverständlich hin! Rollatorgestützt!

Ich stellte aber fest, dass ich wohl doch schon etwas aus dem Party-Alter herausgealtert bin. Konnte mich fast überhaupt nicht unterhalten. Gewummerlaute Musik ließ keine Verständigung zu. Außerdem flimmerte überall und ständig so buntes Licht herum, was mich verwirrte.

Nun ja, während des Rückwegs pausierte ich gegen 23:00 Uhr auf der Oberbaumbrücke. Setzte mich auf den Notsitz meines Rollis. Beobachtete das Treiben und Leiben.

(Was Leiben bedeutet, weiß ich nicht, aber es reimt sich so schön auf Treiben.)

Lauschte ich in einer der letzten Sommernächte in diesem Jahr den heißen Berliner Musiklängen. Unterhielt mich ein wenig mit der Spree über die alten Zeiten und so … Eine etwas wehmütige Stimmung für mich an diesem Ort, der mir doch ziemlich nahegeht.