Notiz ~ 25.08.25 ~ gegen 12:00 Uhr
Montag. Typischer Montag! Start-Montag! Graues Wochenende hinter mir! Außer halbwegs geglückter Schreib-Arbeit nichts gewesen! Komme jetzt nicht in die Gänge! Trotz zweiter Tasse Kaffee. Gammele am Computer zwischen den Dateien hin und her! Vor mir eine noch undefinierbarere Woche! Schlechte Laune …
Womit fange ich am Wochenanfang an? Liegengebliebenes liegt genug herum! Zuviel! Meine Goldene Feder wiegt mir schwer in der Hand! …Joi, das sind wieder einmal Mist-ratene Formu-lierungen! Goldene Feder!
Da …, da klingelt das Telefon. Wie in typischen Fernsehfilmen. Immer, wenn der Regisseur mit der Geschichte nicht so richtig in Schwung kommt, lässt er das Telefon klingeln … Wer um der lieben Arbeit willen stört mich beim Wochenanfangen?
Eine Frauenstimme. Nicht unsympathisch. Meine Laune lockert sich etwas auf! Angelika meldet sich. Ich kenne keine Angelika! Ich werfe ein Fragezeichen in den Wortschwall, der mir munter ins Ohr springt. Die Erklärung beginnt:
„Also ich bin die Angelika! Die Angelika Brinkler. Eigentlich bin ich nicht die Angelika. Ich heiße nicht mehr Angelika wie zu unseren Schulzeiten. Sondern: Paula!“
Ich werfe ein „Aha!“ in den Redestrom. Denke: Wo eine Paula ist, da muss auch ein Paul sein!“ Die Angelica Dormröse, die vermisst vielleicht ihren Paul!
„Paul und Paula!“ Auf deren legendärer Film-Bank an der Rummelsburger Bucht habe ich auch ab und an gesessen. Aber nicht mit der Film-Paula. Schade eigentlich.
Meint vielleicht die Angelika Paula, also die Anruferin, dass ich ihr vermisster Paul sei? Meinte sie nicht! Sie vermisste ihren Paul nicht. Ihr Paul würde anders heißen, erklärt sie mir. Im Hintergrund ihres gegenwärtigen Aufenthaltsortes höre ich eine Männerstimme etwas murmeln.
Versuch einer Zwischenbemerkung von mir, dass ich ebenfalls einen interessanten Vornamen hätte. „Ich weiß, ich weiß …“ tönt eifrig Angelikas Stimme in meiner linken Hörmuschel. Etwas schnell für mein Alter.
Sie weiter: „Als du, unser neuer Klassenlehrer, nach den Großen Ferien das erste Mal zum Unterrichtsbeginn vor uns standest, musterten wir dich gespannt! Wir wussten nicht nur deinen Nachnamen, sondern auch schon deinen etwas eigenständigen Vornamen: Malte! Maallte!
Wir, immerhin nun schon > Siebente Klasse < musterten dich neugierig: Du ein sportlicher Typ, nicht gerade groß, aber auch nicht klein, ziemlich hager, freundlich, nicht ganz unsympathisch und … er hielt, er – also du –, er hielt doch tatsächlich eine Gitarre in der Hand, als er in der Tür des Klassenzimmers stand.“
Ich musste lachen, die Anruferin ebenfalls. Also: die Angelika, also: die Paula.
… als wir nach gut 25 Minuten in gutem Einvernehmen die Mikrofone und Hörmuscheln verschlossen … hatte ich:
Gute Laune!
Der Grund? Ich war sehr herzlich eingeladen worden.
Wozu? Zu einem Klassentreffen!
Mein nicht ganz ernstgemeinter Hinweis, dass ich aber mit einem Rollator kommen müsste und ob das nicht stören würde wurde sofort entkräftet: Man würde mich selbstverständlich mit einem Auto abholen. „Nicht notwendig, notwendig!“ beteuerte ich. Schließlich sei ich ja immer noch ein sportlicher Typ!
Paula wollte mich wohl trösten, als sie noch bemerkte: Ich würde vielleicht nicht der einzige sein, der mit einem Rollator zum Klassentreffen kommen würde.
Wir verabschiedeten uns bis zum festgelegten Klassentreffen-Termin.
Ich hatte gute Laune, obwohl … obwohl es Montag war. Wochenanfang!
Außerdem war ich ein wenig gerührt.
Der alte Alte – ehemalige Klassenlehrer